Das Rückgrat der Nacht 2008, über die Geburt der Wissenschaften

Dr. Sighard Schräbler, Sternwarte Frankfurt, 28. November 2008

Im Jahr 1983 wurde in Deutschland die Serie Unser Kosmos ausgestrahlt. Professor Sagan, ein an den Planetenmissionen der NASA beteiligter Exobiologe, erzählt in der Folge "Das Rückgrat der Nacht" die Geschichte der Wissenschaft, ein Thema, das mich damals als sechzehnjährigen Jungen sehr beeindruckte. Grund genug, sich das Thema nach 25 Jahren noch einmal vorzunehmen und zu vergleichen, was wir inzwischen dazugelernt haben.

Seinen Ausführungen folgend gab es vor 2600 Jahren schon einmal eine Hochkultur der Wissenschaft, die jedoch nach einer Blütezeit wieder in Vergessenheit geriet und sogar von anderen Ideen verdrängt wurde. In der Renaissance besann man sich der klassischen Lehren und entwickelte wieder ein auf den Menschen bezogenes Weltbild. Obwohl heute große Teile der Geschichte und viele Namen der ersten Wissenschaftler und Ingenieure nicht mehr bekannt sind und Werke, wenn überhaupt nur in Fragmenten vorliegen, so ist es überaus interessant zu betrachten, woher wir kommen und auf welche Reisen uns die Wissenschaft vielleicht noch schicken wird. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass in der Bibliothek von Alexandria eine dreiteilige Ausgabe der Geschichte des Babyloniers Berossos stand. Der erste Band beschrieb die überlieferte Geschichte der letzten 432.000 Jahre von der Schöpfung bis zur Sintflut, das ist etwa 100x länger als die Geschichte im alten Testament. Das Werk wurde leider im 5. Jahrhundert mitsamt der Bibiothek vernichtet. Wie konnte es dazu kommen?

Carl Sagan war ein ausgesprochener Skeptiker und seine Ansichten blieben nicht immer ohne Widerspruch; so debattierte er mit der Regierung, dass Forschung frei sein muss und nur begrenzt planbar sei. Den in den USA zahlreich vertretenen Kreationisten setzte er die Evolutionslehre Darwins entgegen und auch die christliche Kirche kam in der Darstellung nicht immer vorteilhaft davon. Offensichtlich ist Geschichte eine viel komplexere Materie als Naturwissenschaft. Es kommt zusätzlich darauf an, wer die Geschichte erzählt. Die größte Gefahr, und darin war er ein Mensch seiner Zeit, sah er im Konfliktpotenzial der Supermächte und der Prolieferation von Kernwaffen, weniger darin, dass und eines Tages wie den Dinosauriern der Himmel auf den Kopf fällt.

Viele der aktuellen Entwicklungen hat Sagan nicht mehr mitbekommen, da er 1996 verstarb. So wollte er sehr gerne wissen, wie es auf dem Saturnmond Titan aussieht, einem Mond mit einer Methanatmosphäre, die für die Kameras der Voyager-Sonden im sichtbaren Licht jedoch undurchdringbar waren. Auch war es zu seiner Zeit noch nicht möglich, Planeten um andere Sterne direkt zu beobachten. Das ist heute anders, gerade in diesem Jahr überschlagen sich die Zeitungen mit Meldungen von direkt beobachteten Planeten um ferne Sonnen. Ihn faszinierte die Idee Demokrits, dass das Universum belebt sei und die Erde nur eine von vielen Welten, daher setzte er sich auch für das SETI-Programm ein. Den Roman Contact schrieb er gemeinsam mit seiner Frau Ann Druyan.

 

Andere Vorträge: (Webcams 2004)| (Digitalkameras 2005)| (Instrumente 2005)| (Montierungen 2005)|

(Digitalkameras 2006)| (Astronomie aus der Steckdose 2006)| (ferngesteuerte Teleskope 2006)|

(Sterngeschichten 2007)| (Astronomie im Urlaub 2007)| (Radioteleskope LOFAR, SKA & ALMA)|

(Energie der Sonne 2008)| (Astronomie im Urlaub 2008)|

Das Video aus dem Vortrag:

Lunar Eclipse 20080816

 

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